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Künstliche Kommunikation?

Die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf Medien, Kommunikatoren und Kommunikation

 

Methode

 

In der Dissertation möchte ich die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz (KI) auf die Themenbereiche der Kommunikationswissenschaft untersuchen. Dazu werden einem Panel von 50 ausgesuchten Experten aus den Bereichen Informatik (20 Experten), Journalismus (18) sowie Gesellschaftswissenschaften und Technikfolgenabschätzung (12) 52 Thesen vorgelegt, zu denen standardisiert Stellung bezogen werden kann. Die Ergebnisse der Befragung werden ausgewertet und die Prognosen gemittelt. Dann werden sie den Experten noch einmal vorgelegt. Diese können dann ihre Meinung ändern oder nicht. So soll durch gegenseitiges Beeinflussen ein Mainstream der Expertenmeinungen erstellt werden. Dieses Verfahren einer Befragung in zwei Wellen heißt Delphi-Studie und wird vor allem in den USA und Japan, zunehmend aber auch in Deutschland zur Technikfolgenabschätzung verwendet.

 

Inhalt:

 

1.     Worum geht es?. 1

2.     Wissenschaftlicher Hintergrund: 2

2.1       Szenario. 2

2.2       Anzahl der Runden. 3

2.3       Zeitaufwand. 3

2.4       Expertenauswahl 3

2.5       Umfang der Expertengruppe. 4

2.6       Panelmortalität 4

2.7       Repräsentativität 4

2.8       Methodenkritik. 4

2.9       Mögliche Ergebnisse. 5

3.     Literatur 5

 

 

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Das Unsympatische an Computern ist, dass sie nur ja oder nein sagen können, aber nicht vielleicht. Brigitte Bardot

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1.   Worum geht es?

Grob unterscheide ich in meiner Arbeit in drei Themenbereiche. Es geht um die Auswirkungen des Einsatzes von KI im Kommunikationsbereich auf folgende Themenfelder:

 

1.      Medienwelt (31 Thesen)

1.1  Auswirkungen des Einsatzes von KI auf die Arbeit von Journalisten

1.2  ...auf Medieninhalte und Medienprodukte

1.3  ...auf das Nutzer-/ Nutzungsverhalten

 

2.      Informatik (4 Thesen)

2.1  Verwendungszwecke von KI

2.2  Leistungen der KI

 

3.      Gesellschaftliche Auswirkungen (6 Thesen)

3.1  Ökonomie

3.2  Datenschutz

 

 

 

2.   Wissenschaftlicher Hintergrund:

Um wissenschaftlich fundierte Prognosen stellen zu können, wird in dieser Arbeit die Delphi-Methode verwendet. Einschlägige Forschungen haben mit dieser Methode valide Ergebnisse produziert (vgl. Häder, Häder (1994a), Häder, Häder (1998)), Untersuchungen zur Auswirkung der agentenvermittelten Kommunikation liegen jedoch nur in wenigen Hypothesen vor (vgl. bmb+f (1998b): 62ff). Die Methodenliteratur ist ausreichend[1], Studien zum Thema „agentenvermittelte Kommunikation“ liegen nicht vor. Die methodische Umsetzung der Forschungsfrage im geschieht im Delphi-Design in zwei Schritten: Zuerst wird ein Hypothesenkatalog zusammengestellt, der im zweiten Schritt – der eigentlichen Erhebung – von Experten bewertet wird. Abweichend vom gängigen Vorgehen, das eine Generierung der Thesen durch das Forscherteam vorsieht, soll der Hypothesenkatalog in dieser Studie durch explorative Interviews und Anregungen aus der Literatur erarbeitet werden. Die Experten rekrutieren sich aus den Fachrichtungen „Softwareentwicklung“, „Gesellschaft“ und „Kommunikation“ - so liegt der Finger des Forschers direkt am Puls des Expertenwissens. Insgesamt sind sechs bis neun Interviews vorgesehen, von denen zwei bereits aufgezeichnet sind.

 

In der Delphi-Befragung geben Experten ihre Einschätzung zu vom Forscher entwickelten Thesen ab und können sie in der zweiten „Runde“ nach Abgleich mit den Prognosen anderer Experten revidieren - oder nicht. Die Experten werden in den drei erwähnten Fachrichtungen „Softwareentwicklung“, „Gesellschaft“ und „Kommunikation“ rekrutiert, um das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln bewerten zu können. Alle Experten können sich grundsätzlich zu allen Thesen äußern, werden jedoch um eine Selbsteinschätzung ihrer Expertise gebeten. Falls sie sich selbst für eine Einschätzung als nicht kompetent einstufen, brauchen sie keine Stellung zu beziehen.

 

 

 

2.1 Szenario

Als Grundlage für die Thesenentwicklung schlägt das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik (ISI) ein sogenanntes „Szenario“ vor: Ein kohärentes Zukunftsbild, das auf gemeinsamen Vorstellungen aufbaut. Das Szenario dieser Arbeit  soll die These der Verbreitung der agentenvermittelten Kommunikation darstellen.

 

Den Experten werden (die aus den explorativen Interviews generierten) Thesen vorgelegt, zu denen sie in stark standardisierter Form Stellung beziehen können. Entlang der Empfehlungen des ISI werden in dieser Arbeit folgende vereinfachte Bewertungsschemata verwendet:

·        Fachkenntnis. Hier gibt der Experte auf einer dreistufigen Skala seine Fachkenntnis an. Bewertet er sie selbst als „gering“, braucht er nicht weiter zu antworten. Die Unterscheidung zwischen mittlerer und großer Fachkenntnis wurde eingeführt, um zu überprüfen, ob die Experten, die sich selber als sehr fachkompetent eingestuft hatten, die Entwicklungen anders prognostizieren, als Experten mit geringerer Expertise.

·        Zeitraum: Auf einer intervallskalierten Achse kann sich der Experte für das Realisationsdatum der These entscheiden. In der Regel werden Intervalle von fünf Jahren verwendet, der maximale Prognosezeitraum liegt bei 30 Jahren. An dieser Stelle soll jedoch von den gängigen Empfehlungen abgerückt werden, weil die Experten der ersten Interviews bereits signalisierten, keine Prognosen über diesen Zeitraum entwerfen zu können. In dieser Studie soll mit einem geringeren Prognosehorizont von höchstens 15 Jahren und kleineren Intervallen – etwa drei Jahren - gearbeitet werden. Die Auswertung erfolgt in der Regel über den Median der Gesamtgröße, die Eckwerte werden in Terzilen angegeben. Berechnungsgrundlage soll die ausgezeichnet dokumentierte Vorgehensweise des ISI darstellen (vgl. bmb+f 1998: 9ff). Noch nicht geklärt ist die Frage, mit welcher Software die nicht einfache Darstellung der Ergebnisse erfolgen soll.

 

 

 

2.2                    Anzahl der Runden

Häder und Häder (1998: 19f) konnten in ihrer ausführlichen Literaturübersicht keine einheitliche Meinung zur optimalen Anzahl der Runden in einer Delphi-Studie feststellen. Die Werte differierten zwischen einer[2] und sechs Runden, wobei jedoch nach der vierten Runde meist Stabilität, also keine weitere Prognoseänderung, festgestellt wurde. Ausserhalb des Labors gebe es keine realisierte Studie mit mehr als drei Runden. Obwohl Erffmeyer et al (1986: 127) nach der zweiten Runde noch beachtliche Verschiebungen des mainstream beobachten, sind in dieser Studie vorerst zwei Runden vorgesehen, weil die Motivation der Teilnehmer nach der zweiten Runde abnehmen dürfte. Bei Bedarf können jedoch weitere Runden folgen.

 

 

 

2.3 Zeitaufwand

Anhand erfolgreich durchgeführter Delphi-Studien läßt sich ein Zeiteinsatz zwischen sieben Monaten und zwei Jahren für zwei bis drei Runden ansetzen.

 

 

 

2.4 Expertenauswahl

Wer soll als Experte gelten[3]? Um die Methode realisierbar zu gestalten, soll auf eine Expertengesamtheit von 50 Experten zurückgegriffen werden. Diese sollten sich zu gleichen Teilen auf die Gruppen Bereichen Informatik (20 Experten), Journalismus (18) und Gesellschaftswissenschaften und Technikfolgenabschätzung (12).

 

 

 

2.5 Umfang der Expertengruppe

Aus der Methodenliteratur geht keine eindeutige Zahl zum Umfang der Expertengruppe hervor. Die verwendeten Panels bewegen sich jedoch zwischen zehn und 30 Experten (Häder, Häder, 1998: 24f). Nur wenige Studien können auf Panels von über 1.000 Teilnehmern rekurrieren. Für diese Studie ist ein Umfang von 30 Experten am Ende der zweiten Runde avisiert (mehr dazu unter „Panelmortalität“).

 

 

 

2.6 Panelmortalität

Die überschaubare Größe und die zum Teil persönliche Rekrutierung und Auswahl der Experten anhand von Publikationen, Fachvorträgen und Hinweisen anderer Experten dürfte die Panel-Mortalität sehr gering halten. Dennoch sollte die Gefahr der Panelmortalität im Auge behalten werden, da sie die gesamte Studie entwerten könnte. Williams und Webb weisen besonders bei Designs mit verschiedenen Berufsgruppen – wie in dieser Studie vorgesehen – auf die Gefahr hin, dass die Experten einer wenig befragten Gruppe zum Ausscheiden neigen, weil sie sich durch die Fragen aus anderen Wissensgebieten überflüssig oder inkompetent fühlen (Williams, Webb, 1994: 184). Die Mortalität in einer Gruppe könnte das Gesamtergebnis verzerren und die Studie entwerten. Auf diesen Hinweis hin hat sich der Autor entschlossen, die Experten mehrfach auf die unterschiedlichen Wissensgebiete hinzuweisen und so der Angst, selber nur auf wenige Fragen antworten zu können, vorzubeugen. Die vom Umfang her vergleichbare Studie von Koenig und Poblotzki erzielte eine Panelmortalität von 13,3 Prozent (Koenig, Poblotki 1999). Setzt man 13 Prozent als anzunehmenden Wert für diese Studie ein, bei der als Zielmarke 30 Experteneinschätzungen avisiert sind, so erhält man eine Teilnehmerzahl von 35 Experten in der ersten Runde (35 minus 13 Prozent sind 30,45). In der ersten Runde sollen somit jeweils 13 Experten jeder Gruppe angeschrieben werden.

 

 

 

2.7                    Repräsentativität

Die Repräsentativität der Experten wird bei der Delphi-Methode durch die Gruppengröße und den Rekrutierungsmechanismus bestimmt. Die Größe von 12-18 Experten pro Gruppe lässt Spielraum bei der Erfüllung von Proporzrichtlinien. Problematisch ist jedoch der geringe Anteil von Frauen in der Gruppe der Softwareentwickler und –forscher, der teilweise unter fünf Prozent liegt.

 

 

 

2.8 Methodenkritik

„Im Einzelnen wird folgende Kritik an der Delphi-Methode formuliert: Sie frage nicht nach Möglichkeit und Wünschbarkeit der Ereignisse; sie frage nicht nach Interdependenzen zwischen den Ereignissen; sie untersuche nicht die Kombinationen von alternativen kurz-, mittel- und langfristigen Zielen; sie frage nicht nach Ereignissen, die wünschenswert und notwendig zur Erreichung dieser Ziele seien; sie verzichte auf die beträchtlichen Vorteile der Gruppendiskussion.“ (Schukies 1977: 22).

 

In der Tat scheint sich der Forscher der Frage stellen zu müssen, warum er sich der Delphi-Methode bedient: Häder und Häder (1998) unterstreichen die Vorteile anderer Methoden wie der Gruppendiskussion oder dem brainstorming (Häder, Häder, 1998: 15f). Nach einem ausführlichen Methodenvergleich kommen sie jedoch zu dem Schluss, für ein eindeutiges Votum für die eine oder andere Methode fehlten fundierte Argumente. Delphi sei jedoch sowohl kostengünstig durchzuführen, als auch mit geringerem Aufwand für die befragten Experten verbunden – ein Vorteil, der sich auf die Beteiligung positiv auswirken sollte. Praktikabilitätsgründe führten auch in dieser Arbeit zur Wahl der Delphi-Methode. Die aufgeführten Kritikpunkte sollten jedoch im Auge behalten werden.

 

 

 

2.9 Mögliche Ergebnisse

 

Die Zukunft zu beschreiben ist schwierig. Die Ausführungen zur Methode haben dies gezeigt. Doch noch schwieriger erscheint es, die Prognosen anderer zu antizipieren. Zu welche Ergebnisse könnten die Experten gelangen? Um hier nicht ins Spekulieren zu verfallen, werden lediglich die Meta-Trends, grobe Zielrichtungen der zu erwartenden Prognosen aufgegriffen: Der Autor erwartet Aussagen über

 

 

 

3.   Literatur

 

Brenner, Rolf (1992): Delphi-Methode: Orakel für wirtschaftliche Entwicklung. In: Computerwoche Nr. 41, 09.10.1992, München.

 

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (bmb+f) (Hrsg.) (1996): Delphi-Bericht 1995 zur Entwicklung von Wissenschaft und Technik. Mini-Delphi. Bonn.

 

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (bmb+f) (Hrsg.) (1998a): Delphi `98 Umfrage. Studie zur globalen Entwicklung von Wissenschaft und Technik. Zusammenfassung der Ergebnisse. Bonn.

 

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (bmb+f) (Hrsg.) (1998b): Delphi `98 Umfrage. Studie zur globalen Entwicklung von Wissenschaft und Technik. Methoden- und Datenband. Bonn.

 

Bühl, Achim (1997): Die virtuelle Gesellschaft: Ökonomie, Politik und Kultur im Zeichen des Cyberspace. Opladen.

 

Employee Benefit Research Institute (EBRI) (1998): Survey on retirement savings opportunities. Round II. Online: http://www.ebri.org/delphltr.htm, Stand: 01.03.2000.

 

Florian, Michael, Malte Lehmann-Jessen (1997): Teledelphi: Expertenbefragung über die Sicherheit in der Kommunikationstechnik. Harburg. Online: http://www.tu-harburg.de/tbg/Deutsch/Projekte/teledelphi-projekt.html, Stand: 01.03.2000.

 

Floyd, Christiane (1990): Softwareentwicklung als Realitätskonstruktion. In: Bernd Hellingrath, Johannes Joemann, Georg Reichwein, Alfred Ultsch (Hrsg.): Reader zur Ringvorlesung Radikaler Konstruktivismus. Forschungsbericht Nr. 288, Dortmund: Forschungsberichte des Fachbereichs Informatik der Universität Dortmund. Dortmund.

 

Fraunhofer Institut Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) (Hrsg.) (1998): Die zukünftige Bedeutung multimedialer Informationsnetze: Ausgewählte Ergebnisse der Delphi `98-Studie. Karlsruhe.

 

Häder, Michael, Sabine Häder (1994a). Die Grundlagen der Delphi-Methode. Ein Literaturbericht. ZUMA-Arbeitsbericht 94/02. Mannheim.

 

Häder, Michael, Sabine Häder (1994b). Ergebnisse einer experimentellen Studie zur Delphi-Methode, ZUMA-Arbeitsbericht 94/05. Mannheim.

 

Häder, Michael, Sabine Häder, A. Ziegler (1995). Punkt- versus Verteilungsschätzung: Ergebnisse eines Tests zur Validierung der Delphi-Methode. ZUMA-Arbeitsbericht 95/05. Mannheim.

 

Häder, Michael, Sabine Häder (1995). Delphi und Kognitionspsychologie: Ein Zugang zur theoretischen Fundierung der Delphi-Methode. In: ZUMA-Nachrichten 37. Mannheim.

 

Häder, Michael, Sabine Häder (1998): Neuere Entwicklungen bei der Delphi-Methode. Literaturbericht II. ZUMA-Arbeitsbericht 98/05. Mannheim.

 

Hitzler, Ronald, Anne Honer, Christoph Maeder (Hrsg.) (1994): Expertenwissen: Die institutionalisierte Kompetenz zur Konstruktion von Wirklichkeit. Opladen.

 

Koenig, Wolfgang, Ansgar von Poblotzki (1999): Die zentralen Forschungsgegenstände der Wirtschaftsinformatik in den nächsten zehn Jahren. Frankfurt, Online: http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/~ansgar/d1/d1.html, Stand: 29.02.2000.

 

Meuser, Michael, Ulrike Nagel (1991): ExpertInneninterviews – vielfach erprobt, wenig bedacht.Ein Beitrag zur qualitativen Methodendiskussion. In: Garz/Krainer (Hrsg): qualitativ-empirische Sozialforschung, Opladen: 441-471.

 

Schukies, Gert (1977): Kommunikation und Innovation. Eine Untersuchung zur zukünftigen Struktur massenmedialen Austauschs. Münster.

 

Williams, P.L., Webb, Ch. (1994): The Delphi technique: a methological discussion. In: Journal of Advanced Nursing, 19: 180-186.

 

 

 

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Irgendwie fängt irgendwo irgendwann die Zukunft an. Nena, Sängerin



[1] siehe Literaturverzeichnis

[2] Die Nennung nur einer Runde ist das Ergebnis einer Studie, in der bereits nach der ersten Runde ein Konsens erkennbar war. Das Ziel der Delphi-Methode war somit erreicht und ein Abbruch wissenschaftlich vertretbar.

[3] Zur Expertenauswahl vgl. Meuser/Nagel 1991.